26.08.1019 / Tegernsee-WM geht an bayrische Profis

26.08.1019 / Tegernsee-WM geht an bayrische Profis

Die feschen Kerle auf dem Bild sind leider nicht die Sieger, sondern die österreichischen WM-Teilnehmer. Fünf Boote (drei aus Kärnten!) waren angereist ans bayrische Thermikrevier, das normalerweise im Sommer sehr windverlässlich ist. Doch diesmal war es leider anders. Dabei hätten sich die 43 Teams aus 7 Nationen (drei Kontinente mit USA und Neuseeland!), darunter eine deutsche Megaflotte mit 25 Booten, besseres verdient. Doch nach der Proberegatta am Sonntag, die durchwachsene Verhältnisse zeigte, gab es bis Mittwoch nachmittag keinen Start.

Verständlich, dass die WF-Leitung nervös wurde und bei löchrigen Bedingungen startete. Der erste Lauf wurde nach eineinhalb Runden abgebrochen (ca. 100-Grad-Winddreher). Die nächsten beiden waren kaum besser, wurden aber durchgezogen. Einziges Highlight aus österreichischer Sicht war die Führung von Schimak/Kotrba an der 1. Luvtonne bei der abgeschossenen WF. Schellrat/Niederleitner und Schumi/Schumann fuhren sich gleich einmal einen Frühstart ein (gestartet wurde mit U-Flagge, also ohne Einzelrückruf). Vorne waren trotzdem die besten. Das bayrische Profiteam Wieser/Auracher (mehrfache Weltmeister in verschiedenen Klassen) auf nagelneuem Boot war immer unter den Top 3. Der zehnfache Weltmeister Kicker Schäfer hingegen lag nach einem Frühstart und einem Flautenloch weit zurück.

Besser wurde es erst am Donnerstag früh, als die Morgen-Thermik aus Süd ab 7 Uhr morgens drei WF bei guten 4 Bft erlaubte. Vorne matchten sich die Titelkandidaten. Die Österreicher hatten wenig Fortune. Lediglich Andreas und Martin Polterauer glückte ein Top-Ten-Resultat. Bei einigen Kärntnern bremsten unfreiwillige Bäder der Trapezmänner die Hoffnungen. Doch unterm Strich hatte man fünf Wettfahrten im Kasten und damit eine gültige WM mit einem Streicher.

Für Freitag waren drei weitere Wettfahrten geplant, und gegen Mittag wurde auch ausgelaufen. Der Wind pendelte bei 1-2 Bf zwischen Nordost und Nordwest (das soll auf Alpenseen vorkommen), blieb aber den ganzen Tag. Zur Überraschung vieler beendete die WF-Leitung kurz nach 13 Uhr das ganze und schickte uns in den Hafen zurück mit der Begründung, die Verhältnisse seien zu unstabil. Dass die Bedingungen auf jeden Fall besser oder zumindest nicht schlechter als am Mittwoch waren sorgte für Diskussionsstoff.

Daher feierten Markus Wieser/Thomas Auracher ihren ersten WM-Titel, klar vor Segelmacher Werner Fritz im Boot von und mit Herbert Kujan. Die Bronzemedaille ging an Schollmayer/Mühlberger, die Schweizer Suter/Hochuli wurden als 4. beste Nicht-Deutsche. Fünfte die Titelverteidiger Sprangter/Kopp (GER). Beste Österreicher wurden als 23. das Vater/Sohn-Duo Polterauer/Polterauer, das sollte Motivation für  die Zukunft sein. Wirklich zufrieden war von den heimischen Teams aber wohl niemand.

Ein voller Erfolg war auf jeden Fall das Social Programm: Party jeden Tag, Freibier ohne Ende. Das von Hansi Kohl und Muni Pilmes organisierte Rahmenprogramm ließ kaum Wünsche offen. Auch die Medienpräsenz war riesig: TV-Berichte im Bayrischen Rundfunk und bei Servus TV, eine große Yacht-Story, Präsenz  in der lokalen Presse. Diese Werbung für die Klasse sollte für einen weiteren Aufschwung sorgen, vor allem in Deutschland. Denn es segelten auch etliche prominente Segler aus anderen Klassen mit, von denen einige wohl künftig mehr Tempest segeln wollen. Dazu bringen die neuen Weltmeister unzählige Kontakte in die Seglerszene mit, die zu neuen Teams führen werden. Allein das hat die WM am Tegernsee gerechtfertig.

Ergebnis (PDF) >>>

Fernsehbeitrag in der ARD vom 9.8.2019 (2:51 Min.) >>>

Bericht in der YACHT vom 13.8.2019 >>>

Bericht in der YACHT vom 16.8.2019 >>>

Fernsehbeitrag Bayerischer Rundfunk (BR) vom 16.8.2019 (1:05 Min.) >>>

Bericht auf der Website der Schweizer Klassenvereinigung >>>

Ergebnis Practice Race am 11.8.2019 >>>

Liste der bisherigen Weltmeister in der Tempest-Klasse >>>