06.05.2019 / German Open: Wenn es ballert in Berlin

06.05.2019 / German Open: Wenn es ballert in Berlin

Manchmal ist es besser, man schaut nicht auf den Wetterbericht, bevor man zum Segeln fährt. Denn Temperaturen unter 10 Grad und Wind über 20 Knoten wirken für manche auf den ersten Blick nicht so attraktiv. Doch wir waren trotzdem in Berlin. Es war kalt, es war windig, und es war saumäßig geil.

Der Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW) ist ein Nobelklub der großen Klasse. Ein Clubhaus wie ein Palast, Top-Infrastruktur, hervorragende Küche, mit über 1.000 Mitgliedern einer der größten deutschen Segelvereine mit 150-jähriger Geschichte. „Hausherr“ Rolf Baehr kann stundenlang Geschichten erzählen. In der großen Bucht, die den Wannsee abschließt, liegt ein Segelclub neben dem anderen, das Wasser war am 1. Mai bis in die Abendstunden voll von Segelbooten, da war keinem zu kalt oder zu früh oder zu weit.

Die Tempest-Flotte (17 Boote aus drei Nationen) lief am Donnerstag das erste Mal aus. Böiger Westwind, doch statt der angesagten 6 nur bis maximal 5 Beaufort. Professionelle Regattaleitung, pünktlicher Start, drei Wettfahrten. Eine Klasse für sich die ehemaligen deutschen Kadersegler Lars und Leif Baehr (Neffen von Rolf). Es sei vorweggenommen, dass sie nur die erste (von acht) Wettfahrten nicht gewannen. Taktisch souverän am Heimrevier, ideales Starkwindgewicht (Vorschoter 105 kg), da konnte keiner mit. Dahinter gings enger zu. Das einzige österreichische Team Schumi/Schumann konnte einige Teilerfolge verbuchen, für einen Top-Platz reichte es nicht. Der Club hatte übrigens einen Spitzen-Fotografen engagiert. Seine beeindruckenden Bilder von der Regatta sind auf der Facebook-Seite der International Tempest Association (ITA) oder der VSaW-Website zu sehen (Copyright Sören Hese).

Am nächsten Tag hätte der Wind laut Prognose abflauen sollen, er legte aber zu bis auf 6 Bf. zu. In der ersten WF brach uns leider in aussichtsreicher Position (5.) auf der 2. Kreuz der Pinnenausleger. Dank schneller Hilfe vom Club waren wir aber am 2. Start wieder dabei. Auch andere hatten ihre kleineren Schäden (wieder einmal die Klassenboote…). Spannend der Kampf und  die restlichen Stockerlplätze zwischen Kujan/Kopp, Schollmayer/Maertens, Baehr/Greif und Schmohl/Ostertag.

Am Schlusstag gab es endlich weniger Wind, dafür war es sehr kalt (um 7 Grad). In den zwei Abschlusswettfahrtem kamen auch mal andere ganz vor, so glänzten die Franzosen Patrice und Agnes Rouanet mit einem 5. und einem 2. Platz. Hinter den Baehr-Brüdern belegten schließlich Kujan/Kopp Rang 2, punktegleich mit Schollmayer/Maertens. Schumi/Schumann wurden 8. (punktegleich mit dem 7.) Mitgesegelt ist auch (auf der 1182) ein Redakteur der Yacht, dort sollten wir demnächst etwas lesen.

Am Ende waren sich alle einig: Wir kommen sicher bald wieder an den Wannsee für eine Eurocup-Regatta. Der Club hat bereits signalisiert, dass wir herzlich willkommen sind.

Ergebnis (PDF) >>>

Fotos Sören Hese >>>

Fotos Jan Zier auf Flickr.com >>>

Fotos VSaW auf Flickr.com >>>

Bericht auf der VSaW-Website >>>

Bericht auf der Website der Deutschen Klassenvereinigung >>>