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Franzosen verteidigen ihren WM-Titel, 15.07.2007
Boite/Viateur haben knapp die Nase vorn und werden erneut Tempest-Weltmeister. Die Bezzis als 12. beste Österreicher.
Die Tempest-Weltmeister 2007: Philippe Boite & Régis Viateur aus Frankreich (Bildrechte Warnemünder Woche: Pepe Hartmann)
Das Ostseebad Warnemünde (bei Rostock) bietet in der Altstadt typisch nordischen Hafen-Flair. Die riesigen Fähren und Kreuzfahrtschiffe bieten täglich ein beeindruckendes Schauspiel. Vom neuen Yachthafen "Hohe Düne" aus konnten die Segler das täglich verfolgen. Die Organisation war sehr gut, Wind gab es auch jeden Tag, gleich bei der Ankunft am Samstag mit 6-7 Bf. und hoher Welle.
Beim Start der WM mit 41 Booten aus sechs Nationen zeigte sich die Ostsee sowohl am Montag als auch am Dienstag von der angenehmen Seite bei maximal 3-4 Bf. (die ganze Woche kamen die Winde aus südwestlicher/westlicher Richtung).
Demenstsprechend musste man rund eine Stunde bis ins Startgebiet kreuzen, da auch jede Menge andere Klassen auf der Bahn waren.

Erst am Mittwoch frischte es erstmals auf zeitweise 4-5 Bf auf und die Welle legte wieder zu. Nach den ersten WF kristallisierte sich ein Favoritenkreis heraus, zu dem fünf Teams gehörten: Altmeister Rolf Bähr mit Thomas Olbrich gewannen Race 1, die zweite WF holten sich die Waginger Stefan Erlacher/Christian Wöhrer. Die französischen Tielverteidiger Boite/Viateur waren auch immer vorne, genau so wie Fleischer/Starck vom Rhein. Der 5. Co-Favorit, Frank Weigelt (war 2005 an der Vorschot Weltmeister am Attersee, steuert aber auch sehr gut) und Christian Rusitschka, begann die Serie allerdings mit einem DSQ und einem Frühstart bei schwarzer Flagge, wurde dafür sonst aber immer Zweiter.

Von den Österreichern boten Roland und Marco Bezzi solide Leistungen mit Plätzen zwischen acht und 16, obwohl sie in Race Nr. 4 ihren Spi zerrissen und die "Eratzblase" nur ein "kleiner" war.
Gerhard Schimak/Horst Feichtner kämpften mit einem Platz unter den ersten 20, Schumi/Mann kämpften mit sich selber und blieben abgesehen von einem 8. Platz, den sie in einer Protestverhandlung einbüßten, blass. Ebster/Steininger wurden Opfer einer Autopanne und waren nicht am Start.

Für Aufsehen sorgte die Jury (Vorsitzender war ÖSV-Vize Erich Michel), die nach Race vier zwei deutschen Booten eine Punktestrafe (6 Punkte Zuschlag) verpasste, weil sie durch das Laser-Feld segelten und diese sich behindert fühlten. Beim Freibier am Steg (jeweils nach den WF) wurde auch das ausführlich diskutiert.

In der Nacht zum Donnerstag verschlechterte sich das Wetter und es frischte wieder kräftig auf. Der Start zur WF 7 wurde von der (übrigens hervorragenden WF-Leitung) 2x verschoben, aber dann hieß es auslaufen. Draußen knackte es mit 6 Bf bei ziemlich hoher Welle, eine harte Beanspruchung für Mensch und Material. Eine WF wurde durchgezogen, die die Titelverteidiger aus Frankreich gewannen. Die Spis wurden nur von den vorderen gezogen, sie beherrschten das gerät auch bei diesen Bedingungen.

Für den Schlusstag blieben also noch zwei WF offen, den 2. Streicher gab es auch erst nach der 8. WF. Der Wind flaute wieder bis in die Gegend um 3 BF ab.
Alle 5 eingangs erwähnten Teams hatten noch Titelchancen. Fleischer/Starck gewannen WF 8 vor den Franzosen, die 2 Punkte vor Bähr/Olbrich führten, alle lagen innerhalb von drei bis vier Punkten. Im letzten Race siegten Weigelt Rusitschka und überholten damit Altmeister Rolf Bähr um 2 Punkte, Boite/Viateur waren am Ende um einen ganzen Punkt vorn und somit wie im Vorjahr Weltmeister.

Die Bezzis beendeten sie Serie trotz eines schwächeren Schlußtages als hervorragende 12., Schimak/Feichtner wurden als zweitbeste Österreicher 23.

Was man noch wissen muss: Die nächste WM findet 2008 in Weymouth/Südengland statt, dem Olympiarevier für 2012. Der Engländer Mike Adams ist für zwei weitere Jahre Präsident der ITA. Damit die Klasse auch künftig eine WM abhalten kann, muss jedes dritte jahr ein Amerikaner teilnehmen. Für 2008 ist das notwendig und auch vorgesehen.
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Redakteur: Manfred Schumi
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