43 Boote aus sieben Nationen fanden den Weg nach Ebensee. Damit kann man zufrieden sein, denn nicht jeder kann sich im Mai eine Woche Zeit zum Segeln nehmen. Diejenigen, die gekommen waren, haben es sicher nicht bereut: Perfekte Organisation, tolles Panorama, Wind an allen Tagen, auch das gesellschaftliche Programm ließ keine Wünsche offen. ÄNDERUNG.
Zunächst zum sportlichen Teil: Die Dichte in der Klasse hat in den letzten Jahren enorm zugenommen, die vorderen Ränge waren heiß umkämpft. Der Traunsee vor Ebensee zeigte sich von seiner Sonnenseite, der Wind (2-4 Bf) war in den meisten WF konstant, nur in zwei Läufen zeigten sich die gefürchteten „Traunsee-Löcher“.
Die deutschen Christian Schäfer/Christian Rusitschka (GER 1187) haben beide schon etliche WM-Titel mit anderen Partnern gewonnen und galten als haushohe Favoriten. Dem wurden sie auch gerecht und gewannen gemeinsam den Titel vor ihren Landsleuten Rolf Baehr/Christian Spranger, ebenfalls keine unbekannten in der Klasse. Der 72-jährige Rolf Baehr gewann seinen ersten WM-Titel bereits 1979! Dritte wurden die Schweizer Suter/Hochuli vor der besten „Steuerfrau“, Cornelia Christen mit Ehemann Ruedi, ebenfalls aus der Schweiz. Der Kampf um Silber und Bronze war äußerst knapp, nur 3 Punkte trennten den 2. vom 4.
Beste Österreicher wurden als Fünfte Ernst Seidl/Horst Feichtner mit sehr konstanter Leistung. „Die Tempest ist doch fast wie ein FD,“ schmunzelte Ernst Seidl, der derzeit hauptsächlich Drachen segelt (x-facher Staatsmeister), aber im FD in den 70er Jahren sogar bei Olympia war. Manfred Schumi (mit deutschem Vorschoter Hannes Trimpl) schaffte noch den passablen 8. Rang mit einem guten Finish am letzten Tag. Elfte wurden Walter und Christian Ritschka, die die Serie sehr stark begannen. Allerdings brachte sie ein Frühstart in WF 5 etwas aus dem Konzept, aus einem 6. Platz wurde ein OCS. Mit Rang 15 schafften Schimak/Kotrba auch erst am Schlusstag den Sprung ins erste Drittel.
Auch die anderen Österreicher zeigten sehr gute Leistungen. Ebster/Heigerer (18.) hielten sich lange um Platz 12, Berger/Lassnig (25.) gewannen die interne „Mondsee-Wertung“ vor Rauch/Rauch (27.) und Fink/Ganisl (38.).
Schellrat/Schwerdtfeger (30.) bräuchten etwas mehr Regattapraxis, unser Nachwuchsteam Felix und Mathias Studentschnig (35.) dringend bessere Segel, die Begeisterung ist bei den Kärntner Teams jedenfalls da. Ein Bravo auch unserer einzigen gemischten Mannschaft – Vinzenz Baldemair/Gertraud Zerhau segelten teilweise sehr gut mit und tauchten immer wieder im Mittelfeld auf.
Die WF-Leitung war bemüht und im großen und ganzen ok, die Jury hatte wie gewohnt nur wenig (Protest-)Arbeit. Für das obligate Freibier nach den Wettfahrten sorgte der SC Ebensee unter seinem rührigen Obmann Hans Bertl, der sich liebenswürdig um uns kümmerte. Wir kommen sicher gerne wieder an den Traunsee!
Ein Highlight war auch der Auftritt der Ebenseer Musikband „Stoabeck“ am Dienstag abend, die nicht nur die ausländischen Gäste zum Swingen brachte,
Unvergesslich wird vielen die Siegerehrung im Kongresszentrum Gmunden bleiben, bei der jeder Teilnehmer sich bei der Überreichung der Erinnerungspreise auf der Großbild-Leinwand bewundern durfte. Die Fotos waren übrigens alle große Klasse.
Zum Schluss noch herzlichen Dank an die Traunsee-Organisatoren und besonders an unseren Walter Ritschka, der mit der Vorbereitung der WM sehr viel Arbeit hatte und sie mit der ihm eigenen Leidenschaft solange vorantrieb, bis alles seinem Anspruch von Perfektion entsprach.