25.09.2017 / Gardasee hält, was er verspricht

25.09.2017 / Gardasee hält, was er verspricht

Jeder, der schon am Lago di Garda war, kennt den faszinierenden Blick: wenn man von Nago kommend die Serpentinen nach unten fährt und das erste mal den von steilen felsen umschlossenen Nordteil des Sees erblickt, meist von  einem Heer von Surfern und Kitern bedeckt. Kaum verständlich ist, dass dieses beste Segelrevier Mitteleuropas nicht mehr Tempest-Segler anzieht.

Heuer waren zwar Boote aus vier Nationen (!) am Start, aber nach zwei Absagen tummelten sich gerade einmal elf Schiffe zum Eurocup-Finale am Wasser. Vier Österreicher waren auchdabei, allerdings nur ein Boot: Frank Schimak schotete wieder einmal bei Niko Magg, und Wolfgang Rauch (!) bei Dieter Wachs. Dazu noch die WM-Starter Schumi/Schumann. Gemeinsam mit 25 (!) Ufos genossen wir die ersten zwei Tage das volle Ora-Programm, pünktlich ab Mittag. Die taktischen Varianten waren (Ausnahme Startkreuz der ersten Wettfahrt, als einige es links probierten und scheiterten) limitiert, Speed-Segeln war angesagt. Kein Wunder, dass die ersten Fünf in der Rangliste Vorschoter mit mehr als hundert Kilo aufgeboten hatten…

Vorne hieß das Duell zunächst Spranger gegen Spranger, wobei Tobi mit Rusi die Nase vorn hatte. Mit Fortdauer der Serie kamen auch Wende/Reichert immer besser in Fahrt. Von den „Österreichern“ konnten Magg/Schimak die erste WF gewinnen und lagen auf Platz vier. Schumi/Schumann hatten massive Trimmprobleme, die wir erst im weiteren Verlauf der Serie in den Griff bekamen. Ein gutes Training bei relativ gleichmäßig starkem Wind war es aber für alle. Fünf Wettfahrten gingen sich bis Samstag abend aus, dann kams zum Wetterumschwung. Der Klub servierte uns diesmal übrigens ein dreigängiges Menü (im Nenngeld inbegriffen), das wir sogar noch im Freien genießen konnten (siehe Facebook-Foto!).

Sonntag setzt erst gegen zehn Uhr Nordwind ein, drehender und mit Fortdauer etwas schwächer. Segeln nicht nur für Schwergewichte: Das Feld lag eng zusammen, auf der Vorwind gelang Patrice und Agnes eine genale Leetour, die sie auf den 2. Platz nach vorne spülte. Die nächste Wettfahrt musste wegen 180 Grad Winddrehung (Gewitterwolken aus Südwest) abgeschossen werden. Da es schon 14 Uhr war, entschlossen sich die meisten, dem Kran-Chaos zu entfliehen und reinzufahren. Die Ufos und 5 Unentwegte fuhren noch einen Starkwind-Lauf bei bis zu 6 BF, den Wende/Reichert gewannen (vor der Schneidergoas) und so noch Rang zwei im Gesamtklassement schafften. Der Sieg am Gardasee war aber T. Spranger und C. Rusitschka nicht mehr zu nehmen.

Die Eurocup-Gesamtwertung (besten drei Resultate aus fünf Regatten) gewannen die Christens (SUI) vor Christian Spranger und Teddy Baehr. Vierte als beste Österreicher Manfred Schumi/BerndSchumann. Die genauen Eurocup-Ergebnisse demnächst auf www.tempestclass.com

Wie immer bleibt die Gretchenfrage: Wie schaffen wir es nächstes Jahr, dass endlich einmal mehr Boote auf dieses tolle Revier kommen ???

Ergebnis (PDF) >>>