04.09.2017 / WM 2017: Wieder Titel für die Christens, Österreicher im Mittelfeld

04.09.2017 / WM 2017: Wieder Titel für die Christens, Österreicher im Mittelfeld

Es gibt eigentlich nichts Schöneres, als mit kurzer Hose bei strahlendem Sonnenschein und leichtem bis mittlerem Wind segeln zu gehen, noch dazu am Meer! Die Bucht vor St. Raphael ist ein ideales Revier mit einer normalerweise verlässlichen Thermik ab Mittag. 35 Boote aus 6 Nationen hatten sich eingefunden, darunter leider nur zwei aus Österreich, aber dafür aus Kärnten! Schumi/Schumann und Schellrat/Niederleitner vertraten die rotweißroten Farben, die größten Kontingente (jeweils 12) kamen aus Deutschland und Frankreich.

Am ersten Tag waren die Windverhältnisse etwas ungewöhnlich. Für das Meer ungewohnt starke Dreher und Böen sorgten sogar dafür, dass einige Vorschotleute baden gingen. Einen Schreckmoment gab es für Martin und Franzi. Zwischen den Wettfahrten kam es zu einer (selbst verschuldeten) Kollision mit einem deutschen Boot, die mit einem ordentlichen Loch in der „Berlin Air II“ endete. Zum Glück gibt’s Bastler unter den Seglern, dank der tatkräftigen Hilfe von Ralph Ostertag konnte das Loch am Abend so weit repariert werden, dass man weitersegeln konnte. Zum Trost blieb das gute französische Essen, gleich zwischen Yachtclub und Hotel gab es eine große Auswahl sehr guter Restaurants. Auch am Dienstag hatte die Thermik so ihre Tücken, vor allem gegen Abend wurde der Wind immer schwächer. Um den Titel hieß das Match Spranger/Kopp (GER) gegen die Christens (SUI). Die Titelverteidiger Weigelt/Rusitschka (GER) kamen mit dem Leichtwind nicht so gut zurecht. Allerdings waren sie auch Leidtragende eines 25-Grad-Drehers in der 4. WF, bei dem sie vom 1. auf den 11. Platz zurückfielen.

Am dritten Tag zeigten Cornelia und Ruedi Christen dann mit zwei Wettfahrtsiegen hintereinander auf und setzten sich nach 6 WF an die Spitze. Nicht so gut lief es für Schumi/Schumann, die nach dem Werner-Grissmann-Motto stark anfangen und dann stark nachlassen agierten. Einmal vom 5. (Luvtonne) auf den 14. zurückgefallen, einmal vom 3. auf den 10., gesamt um Platz 12. Knapp dahinter Schellrat/Niederleitner bei ihrer ersten gemeinsamen WM, die sich gut im Mittelfeld behaupten konnten.

Am Donnerstag spürte man den herannahenden Wetterumschwung. Zuerst Flaute. Dann Südwind, der während der Wettfahrt auf Nordwest drehte, Abbruch und daher keine Wertung. Für den Schlusstag war mehr Wind angesagt. Die einen meinten, der Mistral kommt, der Wettfahrtleiter meinte trocken, dass sei nur ein Westwind, Mistral sehe anders aus. Doch am Vormittag ballerte es bei stahlblauem Himmel zunächst mit 28 Knoten, Startverschiebung. Die Meinungen darüber, ob er zulegen oder abflauen würde, waren geteilt. Schließlich wurde gegen Mittag ausgelaufen, bei noch immer 5-6 BF. Alle, für die es um etwas ging, waren dabei, doch das halbe Feld schonte sein Material und blieb im Hafen. Auch die Christens entschieden sich fürs Zuschauen.

Doch  sie hatten das Glück der Tüchtigen. Spranger/Kopp lagen zunächst in Führung, doch dann ging der Vorschotmann über Bord und sie fielen auf Platz 5 zurück. Wende/Reichert (GER) gewannen die WF, eine weitere wurde nicht gestartet. Da die Christens nun ihren Streicher – einen 6. Platz – wieder in die Wertung bekamen, ging sich unterm Strich noch um einen Punkt Platz eins aus und damit der dritte WM-Titel (nach Comosee 2014 und Brunnen 2015), vor Spranger/Kopp und Weigelt/Rusitschka. Die Österreicher beendeten die WM als 13. (Schumi/Schumann) bzw. 19. (Schellrat/Niederleitner). Franzi bekam übrigens die „Bengt-Julin-Trophy“ für den bestplatzierten Steuermann/Vorschoter unter 25. Gratulation!

Die Organisation auf dem Wasser klappte sehr gut, auch die Startlinien passten. Zu Land war es etwas schwieriger, da der Club über keine Liegeplätze verfügte. Der von der Marina zur Verfügung gestellte Platz war leider so, dass bis zu drei Schiffe auf einer Mooring hängen mussten, was vor allem beim Anlegen zu einem ständigen Chaos führte. Dafür hat das Daily Pricegiving samt Freibier entschädigt, und überhaupt ist die Côte d’Azur eine feine und tolle Gegend.

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