Der Mattsee ist das, was man in Kärnten “a klane Lockn” nennt. Doch auch die kleinen können bekanntlich giftig sein. Bei der vorherrschenden Tiefdruckwetterlage zeigte der See all seine Gemeinheiten: Ständig drehende Winde, Löcher, Wechsel zwischen einem und drei Beaufort, kurzum alles, was die Segler Nerven kostet. Das Schöne daran ist, dass trotzdem die besten gewinnen, denn mit Glück kann man nicht bei zehn Wettfahrten vorne sein.
Die heimische Spitze war vollzählig am Start, die ausländische Beteiligung (4 Deutsche, ein Schweizer) war so gering wie schon lange nicht (Stichwort voller Terminkalender…). Der SCM als Gastgeber zeigte, dass man auch mit geringem Startgeld (nur 80 Euro für vier Tage) eine tolle Veranstaltung mit Essen und Trinken organisieren kann, inklusive kompetenter Wettfahrtleitung.
Nach einem Regentag ohne Wind ging es erst am Freitag richtig los. Bis Sonntag konnte das volle Programm absolviert werden, die vorherrschende Richtung war West, Pendler bis 40 Grad in alle Richtungen, eine Wettfahrt fand sogar bei Hagel und Starkregen statt.
Sportlich dominiert wurde die Serie von den Schweizer Meistern und WM-Vierten Cornelia und Ruedi Christen, die das Kunststück fertig brachten, trotz der diffizilen Verhältnisse immer (!) unter die Top 3 zu kommen!
Der Kampf um den heimischen Meistertitel war auch schon früh entschieden. Ernst Seidl/Mike Müller nutzten Routine und Revierkenntnis aus, um die österreichischen Konkurrenten von Anfang an auf Distanz zu halten und sich Gesamtrang zwei zu sichern. Ihnen auf den Fersen waren am ehesten noch Willi Ebster/Fritz Heigerer (wieder ein Einheimischer…), die souverän zum Vizemeister-Titel segelten (als Gesamtfünfte, dazwischen noch die starken Deutschen Fleischer/Höhler und Erlacher/Greif).
Dahinter fand dann das große Favoritensterben statt: Weder die Titelverteidiger Manfred Schumi/Marco Bezzi, noch Tegernsee-Sieger Walter Ritschka (diesmal mit Sepp Steininger an der Schot), die Bestenlisten-Sieger Frank Schimak/Philip Kotrba oder der WM-Vierte des Vorjahres, Andreas Polterauer (mit Hubertus Hofmann) konnten die Windkapriolen bändigen und fuhren immer wieder auch hintere Plätze ein. Ritschka/Steininger sicherten sich wenigstens mit einem Sieg in der letzten WF die Bronzemedaille.
Wie groß die Dichte in unserer Klasse ist, sah man daran, dass auch die übrigen Österreichischer immer wieder mitmischten und zeitweise vorne waren, keiner fiel ab: Schellrat/Schwerdtfeger, Berger/Lassnig, Feichtner/Wiener, Baldemair/Zerhau und Großschädel/Fink gaben bei den schwierigen Bedingungen ihr Bestes und die Abstände nach vorne werden von Mal zu Mal kürzer.
Seidl/Müller holten sich ihren dritten Titel, den ersten nach einer längeren „Kunstpause“. Wie überhaupt die starke Mattsee-Flotte (diesmal mit zweieinhalb Teams) unsere Klasse bereichert und vielleicht bald weiter wächst.
Zum Schluss noch vielen herzlichen Dank an SCM-Obmann Mike Müller und seine vielen Helfer für ein gelungenes Event, 2012 gibt’s am Mattsee wieder die obligate Törggelen-Regatta im Herbst.
Ergebnis
Bilder